Der Patnuu-Orden

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Der Patnuu-Orden
Spieltechnische Werte
Edition Generisch
Kampagnensetting Generisch
Art Organisation
Basierend auf der Design-Challenge:Tor zum Abenteuer
Credits
Idee, Konzeption, Umsetzung Taysal
Forenthread



„Sein Pfeil ist schneller als dein Schwert, ihr Zauber ist schneller als sein Pfeil – und meine Gedanken sind schneller als ihr Zauber.“ - Großmeister des Geistes Mabu Kahaan -

In den Bergen von Patnuu Rammba liegt auf einem einsamen Gipfel das Kloster des Lächelnden Affen, in dem die Patnuu-Mönche leben. Es handelt sich dabei um weise Männer, die von ihrer erhabenen Stellung aus die Geschicke der umliegenden Täler lenken.

Das Kloster wurde vor 1300 Jahren von Aaamu Paraan gegründet, der in der heutigen Zeit als Prophet des Affengottes Nazrat verehrt wird. Die Legende besagt, dass Aaamu Paraan einst von niederem Menschenschlag in die Berge gejagt wurde. Hier begegnete ihm ein lächelnder Affe, der ihn in die Höhe lockte und sich auf der höchsten Klippe als Affengott Nazrat zu erkennen gab.

„Nimm den Stein der Berge und forme ihn nach deinem Willen, um mir zu ehren eine Festung zu errichten. Dann nimm den Verstand der Menschen und forme ihn mit deinem Willen, um mir Ehre zu erweisen.“ - Nazrat, der lächelnde Affe -

Mit diesen Worten sprang der Affe hinfort in die Tiefe und entschwand den Blicken des Propheten Aaamu Paraaan. Doch dort wo er verweilte, sah der Prophet einen Abdruck im Stein, voll hypnotischer und ewiglicher Kraft: Drei göttliche Wirbel, gezeichnet aus einer nie endenden Linie. Dies wurde das Zeichen und die Bestimmung des Patnuu-Ordens.

Prophet Aaamu Paaran lebte für ein Jahr in der Einsamkeit der Berge und errichtete Stein für Stein ein Kloster zu Ehren Nazrats. Wie ihm befohlen formte er den Stein mit seinem Willen und so wuchs aus dem Fels ein steinerner Bau, der noch heute das Zentrum des Klosters des Lächelnden Affen bildet.

Nach dieser Arbeit stieg der Prophet in die Täler hinab und scharte drei auserlesene junge Männer um sich, um ihnen die Lehren Nazrats zu verkünden: Langim, Narhabaab und Ischtur – sie waren die ersten Schüler des Propheten und die heiligsten der Gläubigen. Sie lernten die drei Traditionen, die noch heute Bestand haben und sie waren es auch, die einhundert Jahre später Aaamu Paaran in den Gewölben des Kloster zur ewigen Ruhe legten.

Langim war der Begründer der ersten Tradition und ein talentierte Telepath. Alleine durch die Kraft seiner Gedanken konnte er anderen Menschen seinen Willen aufzwingen und sie unterwerfen. Dies ist die Tradition des Geistes.

Narhabaab begründete die zweite Tradition, die Tradition des Fleisches. Niemand konnte es mit ihm in den verschiedenen Kampfkünsten aufnehmen und so zwang er die Menschen durch seine Stärke in die Knie.

Die Tradition des Herzens wurde von Ischtur begründet, der durch die Kraft seines Glaubens Wunder vollbrachte und mit diesen die Menschen zu seinen Gunsten beeinflusste.

Auch heute noch beeinflussen die ersten Großmeister des Klosters des Lächelnden Affen das Leben der Patnuu-Mönche. Jeder der Großmeister vertritt eine der Traditionen und ihm sind drei Meister unterstellt, denen jeweils neun Mönche unterstellt sind. So wird jede der Traditionen von insgesamt einunddreißig Männern vertreten – keiner mehr und keiner weniger.

Frauen werden keine unter den Gläubigen geduldet, der Geschlechtsakt mit Frauen gilt sogar als unrein, denn wahre Liebe kann nur von einem Mann verstanden und körperlich gelebt werden – alleine, zu zweit oder zu dritt, doch niemals mehr.

Verstirbt einer der Patnuu-Mönche, so werden drei seiner Brüder der gleichen Tradition ausgesandt, um einen Nachfolger zu finden. Bei diesem handelt es sich um ein männliches Kind im Alter von ein bis drei Jahren. Die Mönche kennen dabei keine Gnade und Skrupel. Scheint ihnen ein Knabe geeignet, so nehmen sie ihn mit sich. Die Bewohner der umliegenden Täler nehmen diesen Umstand zähneknirschend hin, denn niemand wagt es, sich mit dem Kloster des Lächelnden Affen anzulegen. Immerhin stellen die Patnuu-Mönche eine Macht dar, die das Leben der Täler bestimmt und die gnadenlos Vergeltung übt.

So müssen die Talbewohner für den Unterhalt des Klosters aufkommen, in dem sie ein Drittel ihres Ertrags als Steuern abgeben. Auch die Instandhaltung und der Ausbau des Klosters muss von den Einheimischen übernommen werden und die Gesetze des Klosters sind für alle bindend. Ebenso wird nur der Glaube an Nazrat geduldet und die Großmeister des Ordens gelten als höchste Instanz. Die Talbewohner müssen sich vollständig dem Willen der Patnuu-Mönche unterordnen und haben sich verängstigt damit abgefunden.

„Du hast es gewagt gegen Nazrat aufzubegehren und die Worte des Propheten als Lüge zu bezeichnen. Wir haben deine Knochen gebrochen, wir haben deinen Willen gebrochen ... und nun brechen wir dein Herz.“ - Großmeister des Herzens Jabiiin Aascha’it -

Erreicht ein Novize das neunte Lebensjahr, wird er drei Prüfungen unterzogen, um sich als würdig zu erweisen. Bei der Prüfung des Geistes muss der angehende Mönch drei Tage in Meditation verbringen – ohne Schlaf, Nahrung oder Wasser.

Bei der Prüfung des Fleisches werden dem Knaben drei glühende Haken in den Körper getrieben, an denen er mittels Ketten hochgezogen wird. Kein Schmerzenslaut darf über seine Lippen dringen.

Bei der Prüfung des Herzens wird der zukünftige Mönch einer ausgehungerten Affenmeute zum Fraß vorgeworfen. Lassen ihn die Affen ziehen, so ist er von Nazrat gesegnet und wird zum Patnuu-Mönch erklärt.

Folg der Mönch der Tradition des Geistes, so bekommt er das Zeichen Nazrats auf die Stirn tätowiert. Folgt er der Tradition des Fleisches, so erfolgt die Tätowierung auf dem rechten Handrücken. Mönche der Tradition des Herzens erhalten die Tätowierung auf der linken Brust.

Der Mönch gilt nun als erwachsen und wird von der Gemeinschaft vollständig anerkannt. Doch seine Ausbildung dauert weiterhin an, bis er das siebenundzwanzigste Lebensjahr erreicht. Erst dann beherrscht ein Patnuu-Mönch die Fähigkeiten seiner Tradition vollständig.

„Hier, hier und hier sind die Punkte, an denen ihr mit Leichtigkeit ein Leben auslöschen könnt. Seht ihr, wie die Augen des Weibs rasch an Glanz verlieren? Werft es zu den Affen!“ - Großmeister des Fleischs Haruuun Habib -

Die amtierenden Großmeister des Patnuu-Ordens sind derzeit Großmeister des Geistes Mabu Kahaan, Großmeister des Herzens Jabiiin Aascha’it und Großmeister des Fleischs Haruuun Habib. Sie haben den Ausbau des Klosters des Lächelnden Affen in den letzten zehn Jahren mit großem Ehrgeiz vorangetrieben und festungsartige Gänge in den Berg schlagen lassen. Zusätzlich haben die Großmeister einen erhöhten Bedarf an einfachen Waffen und leichten Rüstungen entwickelt und den Drill der Mönche verstärkt.

Vermutlich ist dafür der Jadekaiser Nephrit verantwortlich, der in den letzten zehn Jahren im Osten des Kontinents die zerstrittenen Reiterstämme unter seinem Banner einte und das Reich des Jadelöwen ausrief. Nephrit gilt als harter und erfahrener Feldherr, der Mayait verehrt, die Göttin der Heilung und der Gifte.

Den Großmeistern des Patnuu-Ordens ist bekannt, dass der Jadekaiser zwar keine Verwendung für eine Bergprovinz hätte, aber von den reichen Vorkommen an Jadeit Kenntnis besitzt. Schon mehrmals hat er Beamte des Kaiserreichs ausgesandt, um sich in Patnuu Rammba umzuschauen. Einer von ihnen nahm Kontakt mit den Mönchen auf und gestand diesen - nach einer langen und quälenden Folter – das Jadekaiser Nephrit gierig nach den Bodenschätzen ist und keinen schmerzenden Dorn in seinem Reich dulden würde, wie ihn die Patnuu-Mönche darstellen.

Die Großmeister der Traditionen sehen sich nun in ihrer Macht bedroht und rüsten auf. Sie spielen mit dem Gedanken den Orden zu erweitern und jedem der Mönche neun Krieger zu unterstellen. Dabei verfolgt jeder der Großmeister auch eigene Ziele.

Haruuun Habib ist von der Stärke und den Truppen Nephrits fasziniert und bewundert den Jadekaiser für dessen Kampfgeschick. Er würde gerne ein Bündnis mit dem Reich des Jadelöwen eingehen.

Jabiiin Aascha’it würde den Jadekaiser allerdings lieber töten, da Nazrat keinen anderen Gott neben sich duldet und Andersgläubige ausgelöscht gehören. Jabiiin Aascha’it würde in einem Krieg auch die Existenz des Klosters riskieren, so fest ist er in seinem Glauben an Nazrat.

Mabu Kahaan ist wiederum der Meinung, man solle Nephrits Geist unterwerfen und ihn als Marionette einsetzen, um die Macht des Ordens zu vergrößern. Mabu Kahaan ist sich sicher, dass er den Willen des Jadekaisers brechen kann.

„Ich zog euch auf wie ein Vater, ich teilte meine Habe wie ein Bruder und ich gab euch meine Liebe wie ein Weib. Und dieser Verrat an mir und meinen Lehren ist nun euer Dank? Müde bin ich, schlafen will ich ...“ - Aaamu Paraan -

Das Kloster des Lächelnden Affen ist eine Trutzburg, die sich an die Südklippe des Steintauberges schmiegt. Drei gewaltige, runde Steinbauten bilden das innere Zentrum des Klosters, das von hohen und dicken Mauern umgeben ist. Es gibt nur einen einzigen Zugang, der von einem eisenbeschlagenen Holztor verschlossen wird. Ein großer Gong aus Messing davor steht Besuchern zur Verfügung, um Einlass zu erbitten.

Mauern und Gebäude sind mit Statuen von männlichen Affen verziert, die in jeglicher Stellung abgebildet wurden. Es gibt auch mehrere Affenhorden, die den Innenhof bewohnen und sich frei bewegen dürfen. Sie werden von den Patnuu-Mönchen als heilige Tier verehrt.

Jedes der Gebäude ist einer der Traditionen zugeordnet, doch sie alle besitzen einen Zugang in die Gewölbe des Klosters. Von einem großen Zentralraum aus führen weitere Gänge wie ein Wurzelwerk in den Berg hinein. Einige der Gänge sind über tausend Jahre alt, andere wurden erst vor kurzem angelegt. Neben den bekannten Gängen und Räumen gibt es auch geheime Stellen in den Gewölben – bei einigen sind den Großmeistern die Zugänge bekannt, bei anderen ging das Wissen um Standort und Öffnungsmechanismus verloren.

Tief in diese Gewölben befinden sich auch die Schatzkammern des Klosters. Die Hauptkammer stand schon jeher allen Großmeistern offen, doch fast jeder der Großmeister errichtete auch geheime Schatzkammern.

In der Hauptkammer lagern die Reliquien des Ordens, die den jeweiligen Großmeistern zustehen. Dazu zählen vor allem drei Gegenstände:

Da wäre die Affenflöte, ein einfaches Musikinstrument, dem aber kein Ton zu entringen ist. Doch spielt der Großmeister des Geistes darauf, so vernehmen alle Affen der Umgebung einen lautlosen Ton und unterwerfen sich blindlings den Befehlen des Großmeisters.

Die Reliquie der Tradition des Fleisches ist ein Schwert aus Taubenblut (Synonym für Rubin). Jedem Lebewesen, das der Großmeister mit dieser Waffe verletzt, beginnt das Blut zu kochen, bis das Opfer daran elendig zugrunde geht.

Die Reliquie des Großmeisters des Herzens ist dagegen scheinbar unspektakulär. Es handelt sich um einen Schlüssel aus Eisen, doch niemand weiß, zu was für einer Tür der Schlüssel gehört. Einzig das heilige Symbol Nazrats und ein blaues Glimmen weisen den Schlüssel als heiligen Gegenstand aus.

„Iiihk, ihk, ihk, iiihk ... iiihk, iihk, iiiihk!“ - Ein Affe -

Es gibt viele Möglichkeiten für Abenteuer, die mit dem Orden und seinem Kloster in Verbindung stehen. Die Charaktere könnten selbst Mönche sein und im Auftrag der Großmeister für Ruhe und Ordnung unter Rebellen sorgen. Oder sie sind im Auftrag eines der Großmeister unterwegs, um dessen Interessen beim Jadekaiser zu vertreten – wie auch immer diese aussehen.

Denkbar wäre auch, dass die Charaktere zum Reich des Jadelöwen gehören und als Beamte oder Agenten Aufträge erfüllen. Sie sind vielleicht als Botschafter unterwegs oder sollen spionieren. Eventuell plant Nephrit auch ein Attentat auf die Großmeister des Ordens.

Die Charaktere können aber auch zu einem der Täler gehören und eine Rebellion anführen. Vielleicht wurde auch der Bruder oder Sohn eines Charakters von den Mönchen verschleppt. Oder in einem geräuschlosen Traum erschien einem der Charaktere ein schreiender Affe, der mit seinen Fäusten wütend gegen blau leuchtende Gitterstäbe trommelte und ein Gefühl in der Magengegend zieht den Charakter nun zum Kloster hin.

Eine weitere Möglichkeit ist aber auch, dass die Charaktere aus einer ganz anderen Richtung kommen. Vielleicht wollen sie im drohenden Konflikt ihren Schnitt als Waffenhändler machen, oder sie sind Schatzsucher und haben von einem Artefakt in den Gewölben des Klosters gehört. Oder sie wollen eine Mine in den Bergen eröffnen. Oder haben gar von den Künsten der Traditionen erzählt bekommen und es dürstet sie danach, eben diese Künste zu erlernen.

„Ich habe fertig!“ - Giovanni Trapattoni -

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