Dorien "Dawn" Eoleth

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Dorien "Dawn" Eoleth
Spieltechnische Werte
Edition 3.5
Kampagnensetting Vergessene Reiche
Art NSC
Credits
Idee, Konzeption, Umsetzung Sarah Isabelle „Niobe“ Ress
Illustrationen Sarah Isabelle „Niobe“ Ress


Dorién "Dawn" Eoleth; HG 16
männlich, Fey'ri Säbelrassler 3, Kämpfer 1, Magier 2, Klingensänger 5, Zauberklinge 4
chaotisch neutral; mittelgroß; Externar (Fey'ri)
INI: +6; Sinne: Dunkelsicht 18m, Dämmersicht, Entdecken +6, Lauschen +9
Sprachen: Handelssprache, Elfisch, Illuskisch, Sylvanisch

RK: 33, Berührung 20, auf dem falschen Fuß 20 (+8 Rüstungsarmschienen, +6 GE, +4 Schutzring, +5 Klingengesang)
TP: 1010 (3W10+2W4+9W8+25 TW)
Immunitäten: Immun gegen Schlafzauber
Resistenzen: Feuerresistenz 10, +2 auf WIl-Würfe gegen Verzauberung
Rettungswürfe: REF: +18, WIL: +16, ZÄH: +16

Bewegungsrate: 9m (6 Felder) , Fliegen 12m (8 Felder)
Nahkampf: +25, Rapier Eisblutnadel +4 (1W6+12 + 1W6 (Kälteschaden)+ Blutung/19-20/x2)
Voller Angriff: +25/+20/+15, Rapier Eisblutnadel+4 (1W6+12+1W6 (Kälteschaden) + Blutung/19-20/x2)

+ 1W6 Kälteschaden + Blutung/19-20/ x2)

G.-AB.: +14; Ringkampf: +15
Angriffsfläche: ; Reichweite:

Zauberstufe: 11
Grad 0: Licht, Magie entdecken (2), Magierhand
Grad 1: magisches Geschoss* (3) (SG 18), Schockgriff (2), Schwächender Strahl (2)
Grad 2: Hauch des Stumpfsinns, Sengender Strahl* (2), Spiegelbilder (2), Unsichtbarkeit
Grad 3: Blitz* (SG 20), Feuerball (SG 20), Gasförmige Gestalt, Hast (2)
Grad 4: Eissturm*, Energiekugel (2)
Domänen: *Bonuszauber aus der Schule der Hervorrufung
Zauberähnliche Fähigkeiten: Der SG basiert auf Charisma.

1/Tag – Hellhören/Hellsehen

1/Tag – Einflüsterung (SG 16)

1/Tag – Dunkelheit


Attribute: ST 12+1, GE 22+6, KO 12+1, IN 24+7, WE 8-1, CH 16+3
Talente: Arkaner Schlag, Ausweichen, Defensive Kampfweise, Geübter Zauberwirker, Im Kampf zaubern, Kampfreflexe, KArmaschlag, Schriftrolle anfertigen, Waffenfinesse, Wafenfokus (Rapier)
Fertigkeiten: Auftreten (Tanz) +9, Auftreten (Gesang) +8, Balancieren +10, Bluffen +10, Diplomatie, Einschüchtern +5, Entdecken +6, Entfesslungskunst +6, Fälschen +7, Informationen sammeln +3, Klettern +2, Konzentration +20, Lauschen +9, Leise bewegen +10, Motiv erkennen -1, Reiten +6, Schätzen +7, Schwimmen +1, Seil benutzen +6, Springen +4, Suchen +9, Turnen +23, Überlebenskunst -1, Verkleiden +5, Verstecken +8, Wissen (Arkanes) +13, Wissen (Adel und Gerüchte) +10, Zauberkunde +19
Besitztümer: Magisches Rapier +4 Eisblutnadel, Teleportationsring zum Namenlosen Kerker, Stirnreif des Intellekts +4, Schutzring+4, Rüstungsarmschienen +8, Resistenzumhang +5, Harfnernadel

Eisblutnadel Das Rapier Eisblutnadel, ein magisches Rapier, das Blutung und Kälteschaden verursacht, gehörte einst Doriéns Vater, der in der Schlacht um Ascalhorn umkam. Das Rapier gehört zu jenen Be-sitztümern der Fey’ri, die nach der Einnahme Ascalhorns durch die Dämonen der Höllentorfeste be-schlagnahmt wurden und später durch weitere Bündnisbeziehungen der Fey’ri zu ihren Tenar’ri-Verwandten wieder in den Besitz der Fey’ri gelangten. Fürstin Nydyaa Eoleth überließ das Rapier ihrem Neffen, damit es ihn stets daran erinnert, wo seine Loyalitäten liegen sollten.

Blutung: Bei jedem Treffer verursacht Eisblutnadel einen Punkt temporären Konstitutionsschaden (kein RW). Dieser Effekt betrifft keine Kreaturen wie Untote und Konstrukte, die gegen kritische Treffer und Attributsschaden immun sind.

Kälteschaden: Zusätzlich verursacht Eisblutnadel bei jedem Treffer 1W6 Kälteschaden.

Flimmern 3/Tag: Dreimal pro Tag kann Dorién durch das Rapier den Zauber Flimmern auf sich wirken. Der Zauber wirkt so als wäre er von einem Magier der 10. Stufe gewirkt worden (10 Runden lang 50% Fehlschlagchance für alle Nah- und Fernangriffe (auch Zauber), 20% gegen Waffen/Zauber, die gegen ätherische Kreaturen wirken).

Harfnernadel: (siehe Magie Faerûns)



Anmut (AF):siehe Säbelrassler-Grundklasse aus Buch des Krieges (in RW eingerechnet)

Arkaner Schlag (Talent): siehe Buch des Krieges

Elfisches Blut: In allen Aspekten, die besondere Fähigkeiten und Zaubereffekte betreffen (z.B. Umgang mit elfischen Waffen, Herstellung magischer, elfischer Gegenstände), wird Dorién als Elf angesehen.

Fliegen: In seiner Fey’ri-Gestalt kann Dorién mit einer Flugbewegungsrate von 12m und schwacher Manövrierfähigkeit fliegen.

Gestalt verändern (ÜF): Dorién kann jederzeit die Gestalt einer beliebigen humanoiden Gestalt annehmen, die er auf unbegrenzte Zeit beibehalten kann. Diese Fähigkeit wirkt wie der gleichnamige Zauber.

Geübter Zauberwirker (Talent): siehe Buch des Arkanen

Gezielter Schlag (AF): siehe Säbelrassler-Grundklasse aus dem Buch des Krieges (in Angriff eingereichnet).

Lied der Schnelligkeit 1/Tag (AF): siehe Klingensänger-Prk aus Handbuch des Krieges oder Völker Faerûns

Karmaschlag (Talent): siehe Buch des Krieges

Klingengesang (AF): siehe Klingensänger-PrK aus dem Buch des Krieges oder Völker Faerûns

Spezialisierte Schule der Magie: Dorién hat sich in der Schule der Hervorrufung spezialisiert. Er erhält einen zusätzlichen Zauberslot für Zauber aus seiner spezialisierten Schule pro Zaubergrad. Er kann keine Zau-ber aus den Schulen der Verzauberung und der Erkenntniszauber wirken.

Zauber kanalisieren 3/Tag (ZF): siehe Fähigkeit der PrK Zauberklinge aus Buch des Krieges Zauberpatzer ignorieren 20% (AF): siehe Fähigkeit der PrK Zauberklinge aus dem Buch des Krieges

Aussehen

Doriéns Gestalt passt sich häufig seinen wechselhaften Launen an. Am liebsten verweilt er in der Gestalt, die er lange Zeit für sein wahres Ich hielt – die Gestalt eines charismatischen jungen Sonnenel-fen mit lebhaften grün-blauen Augen, einer unzähmbaren kastanienroten Mähne und einem bleichgolde-nem Teint. Neben alten, einst edlen Spitzenhemden hat er eine Schwäche für lange, zerlumpte Leder-mäntel. Sein Degen in der alten, verrosteten Scheide begleitet ihn, wohin er geht. Doriéns ursprüngliche Gestalt unterscheidet sich von der elfischen nur im Hinblick auf die eindrucksvollen, schwarz-roten Fle-dermausschwingen und die dämmerroten Augen, die seltsam intensiv aus dem bleichen Gesicht starren. Da er erst spät das Fliegen erlernte, gebraucht Dorién seine Flügel nicht öfter als es unbedingt nötig ist. Seine Skepsis gegenüber dem Fliegen (und besonders seine berühmt-berüchtigten Bruchlandungen), haben ihm unter seinen Freunden den Spitznamen „Albatross“ eingebracht.

Hintergrund

Jahrhunderte bevor sich die Fey’ri – elfisch-dämonische Hybridwesen - mit den Dämonen der Höllentorfeste verbündeten, um den Sturz der Mondelfen von Eaerlann herbeizuführen, ließen sie sich in magischen Verkleidungen, die ihr Erbe verschleierten, in der Hauptstadt Ascalhorn nieder und warteten geduldig auf den Tag, der ihnen die Rache an den Mondelfen für die Zerstörung von Siluvanede und den Sturz ihrer Artverwandten aus dem Hause Dlagdrageth bringen würde. Die Mitglieder der Fey’ri-Häuser Eoleth, Aerothi und Floshin wurden zu angesehenen Mitgliedern der elfischen Gemeinschaft von Ascal-horn, während sie im Geheimen ihre Zuchtexperimente zwischen Elfen und Tanar’ri zu perfektionieren versuchten…

Dorien Eoleth wurde um 820 TZ in einem Waldelfendorf im Grenzgebiet von Eaerlann geboren. Gleich nach seiner Geburt verbarg eine Druidin die dämonische Identität des Kindes hinter einer magischen Verwandlung, um Dorién und seine Mutter zu schützen. Diese war hochschwanger aus Ascalhorn, Eaer-lanns Hauptstadt geflohen, um Dorién vor seinem Vater, dem Fey’ri und Klingensänger Ancálimon Eoleth und dessen Familie zu schützen. Die Fey’ri strebten danach, Doriéns Mutter, die durch Zufall das dunkle Geheimnis der Eoleths entdeckt hatte, zum Schweigen bringen und ihren Sohn unter ihre Fittiche zu nehmen. Bis zu seinem achten Lebensjahr war Dorién ständig auf der Flucht. Erst in der magisch ge-schützten Stadt Silbrigmond fanden er und seine Mutter Zuflucht vor ihren dämonischen Verfolgern. Sei-nen flinken Beinen und dem unschuldiges Lächeln, das alte Damen und gutherzige Adlige lange genug zu fesseln vermochte, um ihnen den Goldbeutel vom Gürtel zu stibitzen, verdankte es Dorién, dass er sich unter den Straßenkindern des Hafenviertels bald einen Namen machte.

Dorién war etwa dreizehn, als er seinen „Schutzengel“ kennen lernte. Denn so nannte er ihn – den ge-heimnisvollen Maskierten, der stets dann auftauchte, wenn Dorién und seine Freunde sich in eine missli-che Lage manövriert hatten, aus der sie ohne die Hilfe des Schutzengels nicht ohne blaues Auge wieder heraus gefunden hätten. Eines Tages tauchte der mysteriöse Fremde gar bei Dorién auf, um ihn das Fechten zu lehren. Seine Mutter hielt Doriéns Schutzengelgeschichten für die Ausgeburt seiner lebhaften Fantasie. Hätte sie den Maskierten dagegen mit eigenen Augen gesehen, hätte sie vielleicht das drohen-de Schicksalsgewitter erblickt, das sich über Doriéns unbeschwerter Kindheit zusammen braute…

Als Dorién fünfzehn Jahre alt war, geschah es, dass er während eines halsbrecherischen „Dach- und Fenstermanövers“ mit seinen Freunden ausrutschte und von der Turmspitze eines Adelspalasts stürzte. In diesem Moment unmittelbarer Todesgefahr ergriff der Instinkt des Fey’ris Besitz von seinem Körper und ohne zu wissen, wie im geschah, verwandelte sich Dorién in seine wirkliche Gestalt und schwebte mit ausgebreiteten Flügeln zu Boden. Die Verblüffung in den Gesichtern seiner Freunde gab ihm eine Vorstellung davon, was mit ihm geschehen war. Verstört und verwirrt stolperte Dorién davon und ver-steckte sich in einer leer stehenden Lagerhalle. Dort fand ihn sein Schutzengel. Ancálimon offenbarte sich Dorién in seiner wahren Gestalt und stellte sich ihm als sein Vater vor. Im Bestreben Dorién aus der Stadt zu locken, die mit Schutzzaubern belegt war, die es Ancálimon unmöglich machten, sich Doriéns und seiner Mutter mit Hilfe von Magie zu bemächtigen, versprach der Fey’ri Dorién alles zu erklären, was seine Mutter ihm all die Jahre verschwiegen hatte, wenn er mit nach Ascalhorn folgte. Seine Worte sta-chen wie Dornen in die Seele des jungen Fey’ri und in dem Glauben von seiner Mutter verstoßen und von seinen Freunden gejagt zu werden, sollten sie ihn in seiner jetzigen Gestalt finden, begab sich Dori-én beschämt und verunsichert in die Obhut seines „Schutzengels“. Bald darauf erreichte seine Mutter die Nachricht, dass die Eoleths ihren Sohn in ihrer Gewalt hatten. Wenn sie sein Leben retten wolle, solle sie sich ihren Verfolgern stellen. Da der Elfe keine andere Wahl blieb, ging sie auf den Kuhhandel ein – und Ancáliomons Falle schnappte zu.

Ancálionon ließ Dorién hilflos dabei zusehen, wie seine Schwester, Fürstin Nydyaa, seine Mutter von lüs-ternen Dämonen schänden und verstümmeln und letztendlich ermorden ließ. Am Ende der Vorstellung nahm er den vor Grauen erstarrten Jungen sanft in die Arme und versprach ihm ein Leben voller Glück und Luxus an seiner Seite. Mühsam löste sich Dorién aus seiner Starre und in seine Augen trat jener dämonische Ausdruck puren Hasses und glühender Rachsucht, den Ancálimon provoziert hatte. Mit ei-nem schrillen Schrei ging Dorién mit bloßen Händen auf den Mann los, der ihn verraten hatte. Ancálio-mons Diener schlugen ihn mühelos zu Boden und Ancáliomon lächelte sanft, als er seinen Sohn in den Kerker unter Haus Eoleth werfen ließ und sagte: „Nun hast du verstanden.“

Nicht länger als einen Monat widerstand Dorién den süßen Verlockungen des Klingensänger-Meisters. Ancáliomons Einflüsterungen taten ihre Wirkung; Doriéns Widerstand brach und er war bereit alles zu tun, um seine Schuldgefühle und die Erinnerung an das qualentstellte Gesicht seiner Mutter zu verges-sen. Er gab sich den hedonistischen Genüssen hin, die Haus Eoleth ihm bot: Wein und Gesang, Malerei und Kunst, Maskenspielen und Tanzbällen und – ja – selbst den Liebeskünsten von Ancáliomons Sukku-bi-Konkubinen. Zu feige die Adelsfamilien der Fey’ri ernsthaft an die Eaerlanni zu verraten, konnte er seinen ohnmächti-gen Hass auf sie doch nicht leugnen. Also spielte er den Narren und versuchte mit Spott und Gelächter seine Verzweiflung zu ertränken. Er erschien auf Adelsbällen, um die Allüren der mächtigsten Fey’ri-Fürsten zu imitieren und bissige Spottgesänge auf die Familienoberhäupter der drei Adelshäuser zum Besten zu geben. Die Fey’ri ließen sich die Frechheiten des impertinenten Adelssohn mit verkrampfter Steifheit gefallen, denn als Schützling des mächtigen Ancáliomon genoss Dorién innerhalb der Clanver-schwörung Narrenfreiheit. Entschlossen, seinen Sohn in der Kunst des Klingensänger-Kampfstils auszubilden, schickte Ancálimon Dorién auf die Magierschule von Ascalhorn, um seine magischen Fähigkeiten testen zu lassen. Das Stu-dium schien den jungen Fey’ri derart zu langweilen, dass sein Meister ihn nach einer Woche als aus-sichtslosen Fall deklarierte und zu Ancáliomon zurück schickte. Der versuchte es auf eine andere Metho-de: In einer Fechtstunde demonstrierte er Dorién wie Magie seine Kampftechnik zu verbessern vermoch-te – und plötzlich schienen staubige Zauberbücher dem jungen Narrentänzer gar nicht mehr so öde. Die Gesellschaft der Fey’ri atmete erleichtert auf, als Ancálimons neuer Schüler, halb gezähmt, von Spottrei-men auf Zauberformeln umstieg.

Während seiner Ausbildung zum Klingensänger riss Doríen immer wieder aus Ascalhorn aus. Ancálimon strafte ihn dann und wann mit Prügeln und Sanktionen, doch im Geheimen überkam ihn Erleichterung, sobald er den jungen Vagabunden reumütig heimkehren sah. Verzehrt von Selbstzweifeln und Gewis-sensbissen, stürzte Dorién sich in immer neue Abenteuer; bekämpfte mit Gefährten das Böse dieser Welt (oder vielleicht auch nur das Böse in sich selbst), mischte sich in menschlicher Gestalt unter die Adligen der großen Städte und war in so mancherlei Intrige verwickelt - nur nach Silbrigmond, in die Stadt seiner Jugend, kehrte er in all den Jahrzehnten niemals zurück.

Als Dorién im Jahre 882 TZ von einer seiner Reisen nach Ascalhorn zurückkehrte, fand er die Stadt im Chaos vor: Dämonen aus der Höllentorfeste hatten die Stadt angegriffen und die Eaerlanni erwarteten weitere Anschläge. Und sie hatten bereits einen Verdacht, wer die Diener des Abgrunds in die Stadt ge-lassen haben könnte. Wenige Tage später enthüllten Ausspähungszauber, dass die Häuser Eoleth, Ae-rothi und Floshin in eine dunkle Verschwörung verwickelt waren. Weitere Erkenntniszauber entlarvten die Verräter als Fey’ri. Der letzte Kampf zwischen zwei uralten Feinden – den Mondelfen von Eaerlann und den pervertierten Sonnenelfen von Siluvanede – war kurz und verbittert, durchtränkt von Jahrhunder-te altem Hass auf beiden Seiten, und auf beiden Seiten endete er mit einer Niederlage: Die Überleben-den der Fey’ri wurden in den Kerker unter dem Namenlosen Kerker verbannt; die Mondelfen von Ascal-horn erlagen den dämonischen Armeen der Höllentorfeste.

Dorién verspürte nicht den Hass der Fey’ri auf die Mondelfen von Eaerlann. Viele von ihnen waren im Gegenteil in den Jahren in Ascalhorn seine Freunde geworden. Als ein mondelfisches Arretierkommando die Klingensängerschule stürmte und ihn in seinem Gemach vorfand, ergab er sich kampflos. Sicher hät-te Dorién sich im Glauben, dass er die Strafe um seine Feigheit und seines blinden Opportunismus willen verdiente, widerstandslos einsperren lassen, wären er und seine Wächter nicht auf dem Weg durch die Große Halle in eine Kampfszene geraten, in deren Mittelpunkt ein Trio mondelfischer Hochmagier Ancá-limon Eoleth umkreist hatten und ihn zur Kapitulation aufforderten. Nicht gewillt, die Schmach zu ertragen vor seinen Feinden die Waffen niederzulegen, gab der stolze Fey’ri-Fürst sich daraufhin selbst den Tod und seine letzten Worte – „Day’al ar’wasyth“ – für die Familie – bewegten Dorién tief und würden in all den Jahrhunderten der Gefangenschaft in seinen Träumen nachhallen wie ein letztes Gebot… … ein Gebot, mit dem er im Jahre 1369 TZ erwachte. Ihre Befreiung verdankten die Fey’ri des Namenlo-sen Kerkers niemand geringeren als der Dämonenfee-Fürstin Sarya Dlardrageth, die in den Kellergewöl-ben des einstigen Waffenlagers das Hauptquartier einer neuen Organisation errichtete: Ein Zusammen-schluss aus Dämonenfeen und Fey’ri, verbunden durch nichts als ihren schwelenden Hass auf die Mondelfen von Eaerlann, der sich nun, da Eaerlann nicht mehr existierte, auf deren Erben richtete.

Ancálimons Tod hatte schwerwiegende Folgen für Dorién, der sich ohne den Schutz des mächtigen Klin-gensänger-Fürsten all dem Argwohn ausgeliefert sah, den die Fürstin Nydyaa Eoleth seit langem für ih-ren wankelmütigen Neffen hegte. Seine Zeit der Ungebundenheit schien ein Ende zu haben. Um sich Nydyaas ständiger Überwachung zu entziehen, schmeichelte er sich darum bei den mächtigeren Dlardrageths ein und tatsächlich gelang es ihm nach einigen Monaten den Clan davon zu überzeugen, dass er – gerade weil er unter Menschen aufgewachsen war – der richtige sei, um für die Dlardrageths Informationen über die Welt einzuholen, in der sie erwacht waren.

Und so nahm Dorién seine rastlosen Reisen entlang der Schwertküste wieder auf. Er verbrachte viel Zeit in Tiefwasser und Baldurs Tor und endlich überwand er sich sogar dazu, in seine alte Heimat Silbrigmond zurück zu kehren. Auf den Bällen und Banketten der großen Städte, auf denen er gelegentlich auftauch-te, wurde der elfische Charmeur und unterhaltsame Connaisseur bald zu einer kleinen Berühmtheit. Sein unverhofftes Auftauchen auf allerlei öffentlichen Veranstaltungen erweckte sogar die Aufmerksamkeit der Harfner, denen auffiel, dass der Fremde unter der Maske des närrischen Dandys etwas zu verbergen schien. Siljenna Sansibel, eine junge ambitionierte Kundschafterin der Harfner, machte es sich zur Auf-gabe, den elfischen Dandy auszuspionieren. Dorién begegnete der selbstbewussten hübschen Magierin zum ersten Mal auf einem Maskenball in Silbrigmond, wo sie ihn zu einem wild-leidenschaftlichen Tanz-duett herausforderte. Von da an ertappte Dorién sich selbst dabei, wie ihn sein Weg immer öfter nach Silbrigmond führte und sein Blick auf Tanzbällen stets zuerst über die Menge glitt auf der Suche nach Sil-jennas blonden Kringellocken. Und wenn die beiden sich auch öfter mit Engelszungen und hinter dem Rücken gezücktem Dolch die süßesten Beleidigungen an den Kopf warfen, sobald sie aufeinander trafen, so schienen sie doch nicht die Blicke voneinander lassen zu können… Nach einem Jahr ergiebiger Nachforschungen hatte Siljenna mehr über den jungen Fey’ri herausgefun-den, als dieser vielleicht über sich selbst wusste. Sie beobachtete ihn mit Hilfe von Ausspähungszaubern, wenn er zum Namenlosen Kerker zurückkehrte, um Sarya Dlardrageth Bericht zu erstatten und mit sei-nem Wissen den Grundstein für ihre Rachepläne legte. Da ihr der Zutritt zum Versteck der Fey’ri auf die-se Weise jedoch verwehrt blieb, machte Siljenna sich eines Tages zusammen mit einer Abenteuergruppe auf, um Näheres über die Pläne der Dämonenfeen und ihrer Verbündeten zu erfahren. Im Versteck der Fey’ri jedoch wurden die Freunde entdeckt und es kam zum Kampf und nur ein Teleportationszauber in letzter Sekunde rettete Siljenna und ihre Gefährten vor dem sicheren Tod. Dorién aber, der aus den Schilderungen eines Fey’ri, der ihm vom Kampf gegen die Eindringlinge berichtete, eine Beschreibung Siljennas heraus zu lesen glaubte, stellte die junge Magierin zur Rede, als er ihr das nächste Mal begegnete.

Auf diese Weise geriet Dorién Eoleth in Kontakt mit Jenen die Harfe Spielen und am Ende erklärte er sich gar bereit die Organisation durch Siljenna als Mittelmann über die Vorgänge im Namenlosen Kerker auf-zuklären. Auf diese Weise kam er zu seiner zwielichtigen Stellung als Doppelagent, die er bis zum heuti-gen Tag innehat und er fürchtet nur den Tag, an dem er sich für eine Seite entscheiden muss. Denn so-sehr Dorién Eoleth die Fey’ri und alles wofür sie stehen auch verachtet – so kann

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